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Generationen tauschen sich zum Thema Hofübergabe aus

Lebenswerke übergeben - Lebenswerke beginnen: Unter diesem Titel veranstaltet die Stiftung Ökologie und Landbau (SÖL) Anfang März in Fulda das Kontaktforum Hofübergabe.

Landwirte, die in den nächsten Jahren ihren Betrieb abgeben wollen, und „Mutige, die konkret auf der Suche nach einem Hof sind, den sie übernehmen können“: Sie kommen Anfang März in Fulda zum Austausch und zur Informationsbeschaffung zusammen. Die Stiftung Ökologie und Landbau (SÖL) lädt zusammen mit dem Öko-Junglandwirte-Netzwerk und der BioBoden Genossenschaft Hofeigentümer und Interessierte ein, sich über wichtige Themen der Hofübergabe zu informieren. Ob es sich um eine außer- oder innerfamiliäre Hofübergabe handelt: Für Suchende und Abgebende gilt es, sich gut auf diesen Prozess vorzubereiten. „Die Hofübergaben bei Bio-Landwirten verlaufen nicht viel anders als bei Betriebsleitern, die konventionellen Anbau betreiben“, erklärt Johannes Augustin, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei SÖL. „Die Fragestellungen sind schließlich die gleichen. Daher richtet sich das Forum ausdrücklich an alle, nicht nur Öko-Landwirte.“

 

„Die Hofübergaben bei Bio-Landwirten verlaufen nicht viel anders als bei Betriebsleitern, die konventionellen Anbau betreiben.“ Johannes Augustin ist wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Stiftung Ökologie und Landbau

Eine gute Übergabe-Vorbereitung bedeute, nicht nur die rechtlichen Rahmenbedingungen und ökonomischen Fragestellungen zu kennen, sondern sich sowohl vor als auch während der Übergangsphase mit persönlichen und zwischenmenschlichen Fragen auseinanderzusetzen: Wo soll es mit dem Hof hingehen? Möchte ich auf der Hofstätte leben? Wie schnell gelingt es dem Betriebsleiter, Verantwortung an die übernehmende Generation abzugeben, und in welcher Form wird sein Lebenswerk weitergeführt?

Biolandwirte, die mit ihrem Hof ein Lebenswerk abgeben, haben oft größere Idealvorstellungen als konventionell wirtschaftende Betriebsleiter, so die Erfahrung von Augustin. Das ideelle Erbe, das sie einem Nachfolger übergeben, liege ihnen sehr am Herzen. „Wer vor 20 oder 30 Jahren mit Öko-Landbau angefangen hat, hat etwas ganz neu aufgebaut.“ Daher schmerze allein schon die Vorstellung, dass ein potenzieller Nachfolger andere Pläne verfolge. Für junge Menschen, die als Quereinsteiger in der Landwirtschaft arbeiten wollen, sei die ökologische oft von Vorteil. „Da kann man kleiner, also auch mit weniger Investitionen und technisch kleineren Strukturen anfangen.“ Daher, so seine Einschätzung, gibt es immer mehr Quereinsteiger in der Biolandwirtschaft. Grundsätzlich gelte: Bei einer Hofübergabe sei viel gegenseitiges Verständnis gefordert.

Wenn es zwischen Abgebenden und Übernehmenden nicht passt, sind Konflikte vorprogrammiert. Es braucht eine individuelle Lösung für beide Seiten. Hier setzt das Kontaktforum Hofübergabe an, das auch die sozialen Aspekte thematisiert. Abgebende können in Workshops lernen, wie sie ihr Lebenswerk loslassen und die Verantwortung übergeben können. Experten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen geben unter anderem Informationen zur Finanzierung sowie zu den rechtlichen Rahmenbedingungen.

Gemeinsam mit der Stiftung Ökologie und Landbau und der BioBoden Genossenschaft organisiert das Öko-Junglandwirte-Netzwerk vom 1. bis 2. März 2019 in der Jugendherberge Fulda zum vierten Mal dieses Veranstaltungsformat. Rund hundert Teilnehmer werden erwartet. Interessierte können sich bis zum 20. Februar 2019 anmelden.