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„Wir wollen gute Startbedingungen schaffen“

Die Rentenbank ist die deutsche Förderbank für die Agrarwirtschaft und den ländlichen Raum. Vorstandssprecher Dr. Horst Reinhardt erklärt, dass Hofübernahmen oft auch Wachstum bedeuten.

In Deutschland sind landwirtschaftliche Betriebsleiter mit durchschnittlich 53 Jahren im europäischen Vergleich relativ jung. Das ist unter anderem Folge der deutschen Alterssicherung der Landwirte, die an die Betriebsaufgabe geknüpft ist. Deshalb steht trotz dieser günstigen Altersstruktur in vielen Betrieben eine Hofnachfolge bevor. „Laut einer von der Edmund Rehwinkel-Stiftung der Rentenbank geförderten Studie werden jährlich 3 500 neue Betriebsleiter in Deutschland gebraucht. Die Aussichten, einen Betrieb übernehmen zu können, sind also für junge Menschen gut“, erklärt Dr. Horst Reinhardt, Sprecher des Vorstands der Landwirtschaftlichen Rentenbank und Vorstandsvorsitzender der Rehwinkel-Stiftung.

Früher war in den landwirtschaftlichen Betrieben die innerfamiliäre Hofübergabe selbstverständlich. Die bäuerlichen Familien konnten so ihre Betriebe kontinuierlich weiterentwickeln. Mittlerweile gelingt es aber oft nicht mehr, innerhalb der Familie einen Nachfolger zu finden. Häufig verfolgen die Kinder der Landwirte eigene Lebensentwürfe und ergreifen Berufe außerhalb der Landwirtschaft. Das muss aber nicht per se ein Nachteil sein. Denn es eröffnet gleichzeitig Chancen für außerfamiliäre Hofnachfolger.

„Als Förderbank für die Agrarwirtschaft und den ländlichen Raum liegen uns erfolgreiche Hofübergaben besonders am Herzen. Deshalb wollen wir für die Hofnachfolger möglichst gute Startbedingungen schaffen“, so Reinhardt. Die Rentenbank bietet die Finanzierung von Hofübernahmen, Umschuldungen im Rahmen von Hofübergabeverträgen oder die Finanzierung von Abfindungen weichender Erben an. Mit der Hof- beziehungsweise Betriebsübernahme werden aber auch häufig Wachstumsschritte realisiert. Ställe werden gebaut oder erweitert, Flächen gepachtet und Maschinen gekauft. Diese klassischen Wachstumsinvestitionen finanziert die Rentenbank mit ihren Förderprogrammen „Wachstum“ oder „Nachhaltigkeit“. Zudem erhalten Hofnachfolger und Existenzgründer unter 41 Jahren günstigere Konditionen.

Sollten die für das Darlehen gestellten Sicherheiten nicht ausreichen, gibt es mit den Agrarbürgschaften der Bürgschaftsbanken ein weiteres Förderprogramm. „Mit dem Bürgschaftsprogramm für die Landwirtschaft können Hofnachfolger und Existenzgründer gegenüber ihrer Hausbank ihre Konditionen verbessern. Dieser Schritt lohnt sich fast immer“, erläutert Reinhardt. Beantragt werden die Agrarbürgschaften und Förderdarlehen der Rentenbank bei den Hausbanken.