Nachfolger gesucht!

Wertvolle Informationen für die erfolgreiche Hofübergabe.

Alterssicherung für Landwirte

Der Bundestag hat ein Gesetz verabschiedet, wonach der Beitragszuschuss in der Alterssicherung von Landwirten mit geringem Einkommen angehoben wird. Konkret wurden die bisherigen Einkommensgrenzen für einen Anspruch auf einen Beitragszuschuss von 15.500 Euro beziehungsweise 31.000 Euro für Verheiratete auf 60 Prozent der Bezugsgröße in der Sozialversicherung erhöht. Im Jahr 2021 liegt die Einkommensgrenze damit bei 23.688 Euro beziehungsweise 47.376 Euro für Verheiratete.

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Mangel an Nachfolger problematisch

Der Verein Information Medien Agrar (i.m.a.) hat eine Umfrage zur Zukunft der Landwirtschaft in Auftrag gegeben. Dabei wurden keine Landwirte, sondern „weite Kreise der Bevölkerung“ befragt. Ergebnis: Am häufigsten genannt wurden die Herausforderungen durch den Klimawandel gefolgt von der unsicheren Preis- und Einkommenssituation sowie den Schwierigkeiten einen geeigneten Hofnachfolger zu finden beziehungsweise beim Übergabeprozess.

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Zahlen mit Spannung erwartet

Das Statistische Bundesamt will im ersten Halbjahr des Jahres 2021 sukzessive die Ergebnisse der landesweiten Landwirtschaftszählung veröffentlichen. Finden sich derzeit genügend Hofnachfolger? Welches Tempo und welche Richtung hat der Strukturwandel in der Landwirtschaft? Welche Bedeutung haben verflochtene Unternehmensstrukturen? Diese und viele weitere Fragen sollen im Rahmen dieser Zählung beantwortet werden. Die Erhebung wurde bereits im ersten Halbjahr 2020 durchgeführt und soll eine umfassende Situationsaufnahme der Landwirtschaft bieten. Die Erhebungsergebnisse können auf Bundes- und Landesebene, teils auch auf Kreis- und Gemeindeebene dargestellt werden.

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Hofnachfolge ist zentral

„Gerade unsere ländlichen Regionen leben von der Landwirtschaft. Stirbt die Landwirtschaft, sterben auch die ländlichen Räume. Die Frage der Hofnachfolge ist also ganz zentral. Wir stehen da vor großen Herausforderungen: Knapp 70 Prozent der Hofnachfolgen in den nächsten Jahren sind ungewiss. Daher fördern wir junge Landwirte mit der Junglandwirteprämie: Pro Jahr sind das maximal knapp 4000 Euro. Auch mit der Basisprämienregelung der Direktzahlungen fördern wir die Junglandwirte ganz gezielt. Es lohnt sich also für junge Menschen, grüne Berufe wie den des Landwirts zu erlernen und etwas für die ländlichen Regionen, für die Landwirtschaft zu tun. Und am Ende sind die Landwirte diejenigen, die unsere Mittel zum Leben produzieren – das verdient unser aller Wertschätzung.“ Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner

Betriebsinhaber immer älter

Das Thema Hofübergabe wird immer drängender. Dies zeigt ein Blick auf den Altersdurchschnitt der Betriebsinhaber. Während 2010 der Anteil der 35- bis 45-Jährigen noch bei guten 24,5 Prozent lag, zählten 2016 nur noch 17,3 Prozent der Betriebsinhaber zu dieser Altersgruppe. Im gleichen Zeitraum hat sich aber der Anteil der 55- bis 65-jährigen Hofbesitzer um 4,7 Prozentpunkte auf 31,3 Prozent erhöht. Nimmt man noch die Betriebsinhaber hinzu, die über 65 Jahre alt sind (8,2 Prozent), dann sind fast vier von zehn Landwirten 55 Jahre oder älter. 45 Jahre oder jünger ist dagegen nur noch jeder vierte Betriebsinhaber.

Höfesterben geht weiter

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft setzt sich fort. Laut Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gab es in Deutschland 2010 noch 299.100 Höfe. Sechs Jahre später waren es nur noch 275.400 Höfe – ein Minus von fast 8 Prozent. Dieser Rückgang ging auf Kosten kleinerer Einzelunternehmen. Ihre Zahl sank um 28.800 auf 244.200 Höfe (- 10,5 Prozent), die nun nur noch 10,68 Millionen Hektar bewirtschaften (- 9,6 Prozent). Profiteure des Höfesterbens sind vor allem Personengemeinschaften oder Personengesellschaften. Sie wuchsen um mehr als 22 Prozent auf 25.700 Höfe und bewirtschaften inzwischen etwa 3,1 Millionen Hektar – ein Plus von mehr als 16 Prozent gegenüber 2010.

Standort entscheidet in Deutschland über Erbrecht

Bei der Vererbung von landwirtschaftlichen Betrieben gelten je nach Bundesland andere gesetzliche Grundlagen: die Höfeordnung, die Anerbenrechte und das BGB-Erbrecht. Ziel der landwirtschaftlichen Sondererbrechte ist es, die Zersplitterung und die Überschuldung der Höfe zu verhindern sowie leistungsfähige Strukturen zu erhalten.

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